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25.August 2012 Podersdorf 25. Austria Triathlon

Gerit Berichtet vom 25. Int. Austria Triathlon in Podersdorf.
Er belegt über die Halbdistanz in einer Zeit von 5:49:14 den 403. Gesamtrang.

Hier sein Bericht:

25. Podersdorfer Halbdistanztriathlon oder „2 mal Hölle und zurück“

 

Da stand ich nun im Festzelt welches für den Podersdorfer Triathlon aufgebaut wurde, um mir meine Startnummer für die Halbdistanz abzuholen. Es war erdrückend schwül und heiß, wenn man Insidern glaubt dann genauso wie es sich für einen Triathlon gehört. Ich war so ziemlich einer der ersten, der die Startnummer in Empfang nahm. Neben den Startnummern, Handband und Badehaube, gab es zusätzlich zu den üblichen Goodies eine Flasche Podersdorfer Wein und ein großes Handtuch zum 25 jährigen Jubiläum.

Da ich noch genügend Zeit bis zur Kaiserschmarrenparty und anschließender Rennbesprechung hatte, konnte ich in aller Ruhe mein Zelt aufbauen und noch ein wenig am Campingstrand relaxen und ich war nicht der einzige Triathlet der mit Zelt angereist kam, am ganzen Campingplatz wimmelte es nur so von Menschen die so wie ich diese blaue Handband trugen. So fühlte ich mich doch gleich viel besser aufgehoben.

So gegen 17:00 war ich dann wieder im Startbereich und nahm auch gleich den Vorab-Check-in mit meinem Rad vor. Diese Möglichkeit nutzte die Mehrheit, da dieser Bereich bis zum nächsten Morgen mit Hundestaffeln bewacht wurde. Kein Wunder wenn man sich so manche „Rennmaschinen“ anschaut, deren Besitzer ein kleines Vermögen dafür hingeblättert haben müssen.

Inzwischen war das Festzelt bummvoll und vor den Registrierstellen bildeten sich sehr lange Menschenschlangen. Diesmal hatten die Frauen einen klaren Vorteil. Weder bei der Registrierung noch beim WC mussten sie sich aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl lange anstellen. Vom WLC bekannte Gesichter wie Schneider Gerlinde und Walter, Winter Udo oder Hederer Leo wurden nebst anderen, deren Namen mir nicht geläufig sind gesichtet. Zum Kaiserschmarrenessen gesellte ich mich zu den oben genannten Einzel- und Staffelstartern mit denen ich zusammen der anschließenden Rennbesprechung verfolgte. Neben der Strecke und Regeln wurde auch auf das bevorstehende Neoprenverbot aufgrund des warmen Wassers hingewiesen. Die anschließende Warm-up Party lies ich bleiben und begab mich wie so manch anderer zum Leuchtturm, wo am nächsten Tag der Schwimmwettbewerb beginnen sollte. Ehrfürchtig blickte ich hinaus zum See, wo bereits die Strecke mit roten Würfel gekennzeichnet war, erstmals stieg Nervosität in mir auf; hatte ich wirklich genug trainiert? Bin noch nie in einem See geschwommen, bin immer nur im Freibad den Linien gefolgt, wie würde das werden. So ging ich gegen 21:00 schlafen, um Mitternacht war es mit der Ruhe vorbei als ein starker Sturm mein Zelt erbeben lies; aus Angst das es mir das Außenzelt davon blasen könnte kontrollierte ich im Dunkeln jeden einzelnen Haring auf seine Festigkeit. Durch den Lärm konnte ich nicht gleich wieder einschlafen, als ich es dann doch geschafft hatte, weckte mich um 04:30 mein Wecker mit lautem Gepiepse. Der Wind hatte sich beinahe zur Gänze gelegt. Zwei Weißbrote mit Honig und 1 Liter Wasser sind mein Frühstück; die Nervosität wird zunehmen stärker. Um 05:30 bin ich wieder bei meinem Rad um alles richtig zu platzieren. Für den Wechsel habe ich kein Konzept, lege mir zu jedem Paar Schuhe 2 Gels und eine Wasserflasche bereit, belasse jedoch alles in meiner Box. Nun noch Badehaube und Schwimmbrille aufsetzen und Championschip ans Fußgelenk und ab geht`s zum Leuchtturm, wo sich schon die ersten einschwimmen. Dann die Info: Neoprenverbot, der See hat in 1 Meter Tiefe gemessene 24,5 Grad. 10 Minuten vor dem Start gehe auch ich ins Wasser und schwimme mich ein. Durch meine Brille sehe ich nur braune Brühe, wechsle daher von der geübten Dreizugtechnik auf die Zweizug um mich besser orientieren zu können. Stelle mich ganz hinten auf, da ich wahrlich kein guter Schwimmer bin.  Dann endlich 07:00 Start zum 25. Austria Triathlon in Podersdorf, das Wasser beginnt zu kochen, wenn über 1000 Athleten auf einmal zu schwimmen beginnen. Nun die meisten schwimmen, doch gar nicht so wenige beginnen ein Ritual aus Gehen und Hopsen. Diese Leute lasse ich schnell hinter mir und befinde mich auf einmal mitten im Schlachtgetümmel, wo ich eigentlich gar nicht hin wollte. Von hinten wurde auf meine Beine geschlagen, ich hatte Angst das mir jemand mein Chipband herunterriss, doch es hielt stand. Durch die Brühe konnte ich die langsameren Schwimmer vor mir nicht ausmachen und rammte so maches Männlein und Weiblein, für Entschuldigungen hatte ich keine Zeit. Bei der 1. Wendeboje bei 700 Meter wurde ich in einem Strudel gefangen um die Boje getragen dann löste sich das Schwimmerfeld ein wenig auf und ich konnte mich voll auf mein Kraultechnik konzentrieren. Nach der zweiten Boje lagen nun noch 900 Meter Wasser vor mir und genügend Freiraum um meine Schwimmkünste entfalten zu können. So stieg ich nach 1900 Metern mit 39:35 aus dem Wasser und lief zu meinem Fahrrad. Für den ersten Wechsel brauchte ich so lange wie sonst kein anderer Triathlet. Jetzt sollte sich meine Schleißigkeit rächen. Kramte umständlich die Sachen aus der Box, cremte mich mit Sonnencreme vor dem Schuhe anziehen ein und nahm schlussendlich ein Gel zu mir, verlor wertvolle Zeit durch Planlosigkeit. Selber Schuld. So kam ich nach 4:14 über die Startlinie zum Radfahren und dann ging es dahin. Mein Ziel über 30km/h Schnitt schien anfangs locker zu halten. Die Strecke führte über 3 Runden zu je 30km durch die schöne Landschaft und teilweise durch Naturschutzgebiet. In der zweiten Runde wurde der Verkehr auf den Hauptverkehrswegen stärker und gegen 9:30 spürte ich meine Beine Schmerzen, was mich dazu veranlasste stärker zu ziehen um den Druck auf die Beine zu entlasten und es half wirklich. Durch den zusätzlichen Krafteinsatz wurde die dritte Runde meine langsamste. Ich brauchte jede Runde eine neue Trinkflasche die ich mir im Vorbeifahren griff und auswechselte. So sollte ich nach 2:51:32 wieder in der Wechselzone landen um auf die Laufstrecke zu gehen. Inzwischen hatte es mehr als 30 Grad, der Asphalt dampfte. Auch der zweite Wechsel war gesamt gesehen der längste. Wieder kramte ich umständlich in meiner Kiste umher, cremte mich nochmals mit Sonnencreme ein, nahm ein Gel zu mir und lies zuletzt noch etwas Luft aus meinen Reifen ab, damit sie bei dieser Hitze nicht platzten. Nach 3:37 ging ich so in die Laufstecke und begab mich Richtung „Hölle“ so heißt der Ortsteil von Illmitz. Der Name wurde ihm gerecht, es war wirklich die Hölle. Zwei mal musste so eine 10,6km Runde gelaufen werden. Gottseidank gab es alle 2 Kilometer eine Labestelle, wo jedes Mal ein Becher Wasser in meinem Magen und der andere auf meinem Kopf landete. Die Hitze war mir unerträglich, dankend nahm ich jede Abkühlung sei es durch Schatten, Wasserbecher oder mitleidige Anrainer die uns mit dem Gartenschlauch anspritzten an. Lief ich anfangs noch 5:45, kam ich gegen Ende der 7:00 immer näher, es sollte der zweitschlechteste Halbmarathon meines kümmerlichen Daseins werden. Mit 2:10:14 kam ich völlig fertig ins Ziel was insgesamt eine Endzeit von 5:49:14 ergab. Eigentlich gar nicht so schlecht, wo ich doch bei meiner Premiere einfach nur durchkommen wollte. Eine Medaillie, ein Erinnerungs T-Shirt und mehrere Liter Erdinger Alkoholfrei machten meinen ersten Halbdistanztriathlon nahezu perfekt. Als ich abends dann noch einmal zum Leuchtturm ging um ehrfürchtig auf den See hinaus zu blicken und die Seele baumeln zu lassen, war mir als würde er mich rufen. Er der Leuchtturm, wo alles begann. Möchte noch einmal dem Ruf folgen, will es nur noch meiner Family beibringen, dass Papa wieder täglich trainieren muss, aber eh erst ab dem Frühling 2013.

So schließe ich mit den bekannten Worten: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.

 

Gerit

Bewerb Halbdistanztria 1,9km/90km/21,1km

Name Klasse Zeit Rang Kl-Rg. min/km Bemerkung
Gerit Pacholik
M40 5:49:14 403 85 3:06


                      

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