24h Slovakia Ring Cycling Race 2018 – Impressionen

 

Idee – Vorfreude – Motivation – Begeisterung – Ernüchterung – Willenskraft – Freude 

Jedes Projekt beginnt mit einer Idee. Jemand begeistert sich für eine Sache und versucht wiederum andere Menschen dafür zu begeistern. So geschehen am vergangenen Weihnachtsfest des LC Strasshof. Gerit Pacholik hatte schon seine Wettkampfpläne für 2018 geschmiedet und war auf das 24 Stunden Radrennen am Slovakiaring nahe Bratislava aufmerksam geworden. Da ein Einzelstart auszuschließen war, mussten Gleichgesinnte (manche nennen sie Verrückte) gefunden werden. Keiner der Wunsch-Mitstreiter gab Gerit einen Korb. Brigitte Mausser, Erhard Frantz und Gerhard Pauser sollten das Team LC Strasshof komplett machen. Tage, Wochen und Monate vergingen und der Termin 27.-28. Juni rückte immer näher. Als Gerhard schweren Herzens berufsbedingt absagen musste, brauchte nicht lange nach Ersatz gesucht werden. Helmut Mausser sprang stattdessen ein.

Am Sommerfest des Laufclubs wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Evelyn Berthold und Michi Haberl machten das Team als Helfer komplett. Am 27.06. Abfahrt um 7:00 bei Evelyn und so waren wir gegen 9:00 bereits am Ringgelände bei sonnigem Wetter angekommen.

Bei der Startnummernabholung wurden uns Goodiebags und Zeitnehmungsempfänger ausgehändigt.  Zudem gabs für jedem Teilnehmer zwei Menübons von der ringeigenen Kantine. Für die Chips musste kein der normalerweise übliche Einsatz hinterlegt werden. Nachdem die Rennräder wettkampftauglich hergerichtet waren, wurde eine Testrunde gefahren. Der Straßenbelag war in einem sehr gutem Zustand, in den Kurven manchmal sehr rau, aber nicht holprig. Die Fahrbahn war sehr breit, einzig bei einer 180° Kurve nach einer Abfahrt, wurde sie einem schnell zu schmal. Vor dem Start wurden die etwa 350 Teilnehmer zur Wettkampfbesprechung geladen, die in Slowakisch und englisch abgehalten wurde.

12:00 offizieller Start zum 24 Stunden Radmarathon am Slovakiaring im „alten“ Le Mans Stil. Gerits Bike wurde von Erhard gehalten, während die Starter vis-a-vis Aufstellung einnahmen. Als endlich zu Mittag das Startsignal ertönte, strömten mehr als 100 Starter zu ihren Rädern. Es waren nicht nur Rennräder am Start, neben Mountainbikes und Straßenräder waren auch zwei Citybikes unterwegs. Ein altes Rennrad mit Rahmenschaltung wurde ebenfalls gesichtet.

Schnell trennte sich die Spreu vom Weizen, die Elitegruppe zog auf und davon, deren Schnitt lag über 40km/h. Gerit der nur so vor Euphorie strotzte, absolvierte die erste Runde des 5.922m langen Rundkurses in 10:04 min, was einem Schnitt von 35km/h entsprach. Wir hatten uns auf eine zwei Runden-Taktik geeinigt, so konnte jeder von uns seine maximale Leistung abrufen.

Gerit gab an Brigitte in der Wechselzone weiter, die eine Rundenzeit von 10:15 hinlegte, was einem Geschwindigkeitsschnitt von ebenfalls 35km/h entsprach. Brigitte war in Bestform, das sollte Sie uns in den nächsten 24 Stunden mehrmals beweisen. Nach der zweiten Runde gab Gitti an Erhard weiter, der sich keine Blöße gab und eine Rundenzeit von 10:32 hinlegte. Helmut machte das Quartett schließlich komplett und startete mit einer 10:09 Rundenzeit, also einen Schnitt von ebenfalls 35km/h.

Noch war das Wetter freundlich, lediglich stärkerer Wind war aufgekommen, der bei den vielen Kurven des Rings dem Gefühl nach aus unterschiedlichen Richtungen blies. Zum Abend hin begann es dann zu regnen, wechselte sich als Nieselregen mit kurzen Schauern ab – und ständig dieser ungemütliche Wind, der einem die Kräfte raubte. Inzwischen waren unsere Rundenzeiten deutlich langsamer geworden, als unangenehm wurde natürlich die nasse Kleidung empfunden, welche zwischen den Einsätzen ausgezogen und gutmöglich getrocknet wurde, was aber auf Grund des feuchten Wetters beinahe unmöglich war.

Inzwischen war es komplett ungemütlich geworden, Gerit berief eine Krisensitzung ein. Er fühlte sich verantwortlich für das Wohl seiner Mitstreiter. Er stellte die Alternative eines „Break“ in den Raum, was eine längere Pause bis hin zum Abbruch bedeuten könnte und erbat seine Teamkollegen sich zu beraten, während er bei widrigsten Bedingungen weitere drei Runden drehte. Neben dem Wind und Regen waren auch aufgrund der schlechten Beleuchtung, dunkle Straßenpassagen im „Blindflug“ zu durchfahren.

Zurück im Zelt wartete Erhard schon auf seinen Einsatz, trotz Regen, Wind und Kälte, hatte man sich darauf geeinigt weiter zu fahren, jedoch die Übergabe nicht mehr in der Wechselzone sondern beim Zelt vorzunehmen. Ab 01:00 wurde die zwei Runden Taktik aufgehoben, jeder sollte so viele Runden fahren wie er wollte, damit sich die anderen etwas wärmen und erholen konnten. So fuhr man schließlich drei bis vier Runden, bis um 04:00 keiner mehr raus wollte. So kam es nun zu dem vorher angekündigten „Break“ von beinahe drei Stunden. Erhard brach als erster den Bann und nahm gegen 07:00 den Wettkampf wieder auf. Anfangs noch mit bleiernen Körper, erreichten wir ab 08:00 wieder unseren alten Kampfgeist und die Rundenzeiten bewegten sich wieder unter 11:00 min. Als dann auch noch die Sonne zum Vorschein kam und die Straße abtrocknete, gab es kein Halten mehr. So ging es nun flott in Richtung Rennende, die Zeiten erreichten wieder Spitzenwerte. Brigitte absolvierte ihre letzte Runde nochmals mit 35 Schnitt. Einfach unglaublich. Gerit beendete das Rennen, nachdem es mit einer Glocke in die letzte Runde eingeläutet wurde.

Geschafft! 104 Runden was einer Gesamtkilometerleistung von 615,68km entsprach und diese mit einem Schnitt von 31,64km/h. Der Lohn für diese Leistung war der 3. Platz in der Kategorie 4-er Staffel mix.

Einen nicht unwesentlichen Teil zum Erfolg trugen unsre Edelhelfer Evelyn und Michi bei. Ein herzliches Dankeschön an die beiden.

Stolz darauf, ein Baustein dieses Super Teams gewesen zu sein

Brigitte, Evelyn, Helmut, Erhard, Michi und Gerit

 

Zu den Fotoalben …

Gesamt-Ergebnis …

Analyse Einzelrunden …